Ein Interessent hat gerade ein top Kaufanbot für Ihr Haus unterschrieben. Jetzt soll der Verkauf schnell über die Bühne gehen. Fehlt nur noch der grundbuchfähige Kaufvertrag.

Doch dann platzt der Verkauf. Sie haben die notwendigen Unterlagen zur Erstellung des Vertrags nicht rechtzeitig beim Notar oder Rechtsanwalt – also dem Vertragserrichter – eingereicht. Wie Sie dieses Worst-Case-Szenario und andere mitunter kostspielige Konsequenzen – wie Verzögerungen oder Rückzahlungen an den Käufer – vermeiden, erkläre ich Ihnen in diesem Blog-Beitrag.

Diese 3 Dokumente braucht der Notar/Rechtsanwalt

Damit der Notar oder Anwalt den grundbuchfähigen Kaufvertrag erstellen kann, müssen Sie 3 Unterlagen vollständig und fristgerecht einreichen. Fehlen diese 3 Dokumente oder werden diese zu spät abgegeben, kann der komplette Hausverkauf scheitern.

Dokument #1: Unterschriebenes, rechtlich verbindliches Kaufanbot
Darin sollten bereits die wichtigsten Vertragspunkte enthalten sein. Warum? Nur so sind Sie im Falle eines Vertragsbruches vor der beidseitigen Unterzeichnung des grundbuchfähigen Kaufvertrags rechtlich abgesichert und können einzelne, vom Käufer unerfüllte Punkte klagsweise rechtlich durchsetzen.
Das Kaufanbot hat entweder Ihr Makler oder beim Privatverkauf Ihr Notar/Rechtsanwalt für Sie erstellt. Nachdem dieses unterzeichnet wurde, sollten eine Kopie erhalten.

Dokument #2: Grundbuchurkunden
Diese Urkunden haben Sie bereits im Laufe des Verkaufs entweder über einen Makler einholen lassen oder – beim Privatverkauf – selbst besorgt.
Achten Sie darauf, dass Sie die komplette notwendige Urkundensammlung des A-, B-, und C-Blattes übergeben. Nur dann ist das Dokument vollständig. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Mit und ohne Makler: Wie Sie beim Hausverkauf kein Geld verschenken“.

Dokument #3: Behördliches Lichtbild-Dokument
Nehmen Sie Ihren Pass oder Personalausweis zum Unterschreiben des Kaufvertrags mit. Sie können bereits vorab eine Kopie des Ausweises an den Notar oder Rechtsanwalt schicken, um auf Nummer sicher zu gehen.

Diese Dokumente müssen Sie dem Notar/Rechtsanwalt des Käufers möglichst zeitnah zukommen lassen. Ist dies nicht der Fall kann das verheerende Folgen für Sie haben.

Kostspielige Folgen für fehlende oder zu spät eingereichte Dokumente

Fehlen die 3 oben angeführten Unterlagen oder werden sie zu spät eingereicht, kann Sie im schlimmsten Fall eines der folgenden 4 Szenarien betreffen. Diese reichen von einer kostenpflichtigen Einholung des Notars bis hin zum Platzen des Verkaufs.

Szenario 1: Kostenpflichtige Einforderung bei den Behörden durch den Notar/Rechtsanwalt

Ein für Sie glimpflicher Ausgang: Sie haben ein Dokument vergessen und der Notar/Rechtsanwalt des Käufers holt dieses selbst ein. Ihnen werden möglicherweise der entstandene Arbeitsaufwand sowie etwaige anfallenden Kosten für das Einfordern der Dokumente bei der jeweiligen Behörde verrechnet.

Szenario 2: Verzögerung des Verkaufs

Etwas ärgerlicher ist es, wenn sich der gesamte Verkaufsprozess durch das Fehlen der Unterlagen verzögert. Ein Hausverkauf ist langwierig genug. Ein überflüssiger Aufschub ist sowohl für Sie als auch für den Käufer eine zusätzliche Belastung, welche die Vorfreude auf den bevorstehenden Geschäftsabschluss schmälert.

Szenario 3: Vertragliche Ansprüche

Normalerweise sind im Kaufanbot Kaufpreis, Übernahme von Belastungen bzw. Lastenfreiheit etc. festgelegt. Auch der Übergabetermin der Immobilie ist darin festgehalten. Kommt es nun aufgrund der fehlenden Dokumente zu einer Verzögerung des Verkaufs, kann der Übergabetermin nicht eingehalten werden. Damit verstoßen Sie gegen einen Teil des Kaufanbots. Dagegen kann der Käufer klagen und seine vertraglichen Ansprüche geltend machen. Die Folge: Sie müssen einen Teil des Kaufpreises wieder an den Käufer zurückzahlen.

Szenario 4: Absage des Verkaufs

Wie in Szenario drei erklärt, ist der Übergabetermin Bestandteil des rechtlich verbindenden Kaufanbots. Der Aufschub des Verkaufs könnte den Käufer vom Hauskauf abschrecken. Vielleicht hat der Käufer in der Zwischenzeit sogar ein besseres Angebot erhalten. Wenn Sie die Unterlagen nicht zeitgerecht vollständig abgeben, kann der Käufer vom Kauf zurücktreten. Sie haben in diesem Fall kein Anrecht auf Entschädigung, da die Verzögerung des Kaufabschlusses auf Sie zurückfällt.

Fazit: Vollständige Dokumente verhindern rechtliche Konsequenzen und finanzielle Verluste

Die Bereitstellung aller Dokumente für den Notar oder Rechtsanwalt ist zwingend notwendig, damit der grundbuchfähige Kaufvertrag erstellt werden kann. Nur so ist der Verkaufsabschluss sichergestellt.

Halten Sie sich an die vorgegebenen Fristen und ersparen Sie sich sowie dem Käufer einen Aufschub des Verkaufs. Diese Verzögerung kann im schlimmsten Fall rechtliche und damit finanzielle Konsequenzen für Sie haben.

Wenn Sie sichergehen wollen, dass alle Dokumente rechtzeitig eingeholt und an den Notar oder Rechtsanwalt des Käufers weitergeleitet werden, können Sie einen Makler beauftragen. Dieser unterstützt Sie nicht nur beim Hausverkauf, sondern steht Ihnen auch bei Terminen mit dem Notar/Rechtsanwalt zur Seite.

Als Immobilienmakler und Sachverständiger stehen wir Ihnen beim Hausverkauf sowie bei Rechtsfragen bezüglich des Kaufvertrags zur Seite. Wir kümmern uns außerdem darum, dass alle Dokumente fristgerecht dem Notar/Rechtsanwalt für das Aufsetzen des Kaufvertrags zur Verfügung stehen.

Abschließend werfen wir mit Ihnen noch einmal einen Blick auf den Vertrag, damit Sie rechtlich abgesichert sind und etwaige Fragen geklärt werden. Auf Wunsch begleiten wir Sie zur Unterzeichnung des Kaufvertrags. Kontaktieren Sie uns gerne für ein kostenloses Erstgespräch.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Mag. Bernhard Großruck

Ich möchte eine kostenlose Erstberatung für meinen Hausverkauf.

© fizkes – stock.adobe.com

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